Axel

Friedhof der Seeschlangen

Friedhof der Seeschlangen – Das Modell

Als wir 2009 angefangen haben die Kampagne um die Die Sieben Gezeichneten zu spielen war mir noch nicht bewusst was für ein episches Unterfangen dies einmal werden würde. Wir waren die ersten Jahre noch tief verstrickt in die Vorgeschichte, als ich von meisterlicher Paranoia und Vorbereitungswahn getrieben immer wieder das Borbarad-Projekt nach neuen Ideen, Materialien und Tipps durchstöberte. Hier gibt es, begraben unter in tausenden Stunden von anderen Meistern zusammengetragenen Materialen, auch diverse Diskussionen zu bespielbaren Modellen für die Kampagne. Hier begann für mich der Traum, das Wandermodell des Friedhofs der Seeschlangen, das Christian Schäfer gebaut hat, auch für meine Gruppe einzusetzen.

 

In diesem Forum kann man die Wanderschaft des Modells verfolgen. Lange sah es nicht so aus als ob es klappen würde, das Modell wanderte durch Süddeutschland und es war auch schwer abzuschätzen ob wir zur richtigen Gelegenheit im Spiel am Friedhof ankommen würden. Aber Phex ist mit dem der sich selber hilft, wie es scheint, und so war das Modell zufällig bei einer Gruppe in Münster als ich zu Besuch in Bielefeld war. Man darf das Modell nicht unterschätzen, obwohl es nur eine 45min Fahrt ins Münsterland war, musste ich das Modell schon recht abenteuerlich in meinem Auto verstauen. So hätte ich es bestimmt nie nach Berlin bekommen. Aber wie sich das Schicksal fügt habe ich mir auf derselben Fahrt einen Kombi gekauft. Zum Schein für Kind und Kegel. Aber wer mich kennt: Alles für SEINEN großen Plan.

 

Und so sieht es mittlerweile aus. Es hat über die Jahre ein wenig gelitten, und auf einer Platte einen mittelgroßen Riss erlitten. Aber ich habe mir Mühe gegeben es ein wenig zu reparieren und hier und da die Farbe aufzufrischen.

 

Es kam der große Abend des Zwischenfinales am Friedhof und ich wollte so einen erinnerungswürdigen Moment angemessen meinen Spielern präsentieren. Hierfür habe ich das Modell mit einigen LED-Lichtern bestückt, und mittels eines Tuchs Stück für Stück aufgedeckt, so wie die Charaktere ihn erleben. Hier ein paar Impressionen vom Geschehen:

 

 

Wenn man das Forum verfolgt lernt man, das sich die Ausstattung des Modells über die Jahre immer wieder, von Gruppe zu Gruppe geändert hat. Man liest da von Kreppband (wahrscheinlich für die Unwasser-Effekte), mehreren Figuren etc. Als ich es bekommen habe, war folgendes lose dabei:

  • die drei May’Hay’Tahim (tolle Figuren! Meine Spieler hatten extremen Respekt vor den Dämonen.)
  • einige lose Baumrinden als Schiffsmodelle (Sehr coole Idee, finde ich. Waren vorher anscheinend angeklebt. )
  • zwei kleine Schwert-Modelle
  • eine Beschwörungsstele (passt in die Mitte der Insel)
  • eine Zwergenfigur
  • eine Rolle schwarze Plastik-Folie
  • mehrere kleine, mit Schrittlängen beschriftete Plastikmassbänder (Super! Es gab für jeden Spieler eins. Sie haben das taktische spielen extrem vereinfacht.)

 

Als kleiner Dank, das wir das Modell bespielen durften, möchte ich die LED-Lichterkette (inkl. Fernbedienung) mit auf die Reise zur nächsten Gruppe schicken. Hier sieht man, was noch enthalten ist:

Zu guter letzt hat sich (wahrscheinlich) jede Gruppe die das Modell über die Jahre besessen hat auf der Rückseite der Platten verewigt. Und der Platz ist wirklich schon recht eng geworden. Hier alle Unterschriften (Stand: April 2017):

 

 

Aktuell ist das Modell bei mir in Berlin. Wenn eine Gruppe es verwenden möchte, kann es gerne jederzeit abgeholt werden. Schreibt in die Kommentare mit Kontaktinfo, eine Email oder meldet euch hier im Forum.

Lieber Christian, wenn Du dies hier vielleicht liest, vielen Dank das Du Dir all diese Mühe gemacht hast, für die schöne Idee es als Wandermodell zu Verfügung zu stellen, und das wir dieses wundervolle Modell benutzen durften!

 

Boron den Toten, Rondra den Lebenden!

 

Update

Das Modell hat am 14. August Berlin Richtung Ruhrgebiet verlassen. Ich freue mich das es nach so langer Pause endlich wieder im Umlauf ist. Ich wünsche allen zukünftigen Gruppen viel Freude damit!

 

Hadmar von Wieser

Der Freiherr ist so frei

Nach diversen versandeten Rollenspiel-Podcast der Vergangenheit, gibt es aktuell wieder einiges an interessanter Audio-Kurzweil zum Thema DSA. Vor kurzem veröffentlichte der, gänzlich hervorragende, Eskapodcast eine dreiteilige Interviewreihe mit Hadmar Wieser. Ja, genau. Dem Hadmar Kurt Alexander Erasmus Dragomir Freiherr von Wieser. Freigeist, Rollenspiel-Pionier der Ersten Stunde, Author, Aktivist, Hippie, politischer Kolumnist, und wie ich erst aus dem Interview erfahren habe, Spieletheorie-Dozent.

Mit gewohnt launiger, egomaner, aber allseits pointierter Intelligenz plaudert Hadmar hier mit dem deutlich ehrfürchtig-neugierigem Moderator Christian Henzel. Man mag von Hadmars Beiträgen zu DSA halten was man will (und diese sind durchaus kontrovers), dieser Mann hatte und hat den Mut frei zu denken und neue Wege einzuschlagen. Ohne ihn wäre DSA heute deutlich blasser. Hadmar kann Drama, und wie meine Spieler bereits mehrmals in unserer Sieben Gezeichneten Kampagne erfahren haben, der Epic-Regler steht bei Hadmar immer auf 11.

Auch in der leidigen Railroading versus Sandbox Debatte muss man ihm zugestehen, mit Unsterbliche Gier eine ziemlich dichte Sandbox mitten zwischen die Schienen der G7 platziert zu haben. Irgendwie ist Hadmar auch wahrscheinlich der ursprünglichste Borbaradianer. Dem Disput Hadmar versus Tharsonius: ‚contemplo libertatem‘ würde ich gerne beiwohnen. Jetzt mal los Eskapodcast!

Die Reihe spannt einen interessanten Bogen von den chaotischen Anfängen des Deutschen Rollenspiels über das Glanzzeitalter des Schwarzen Auges (mit 250.000 verkauften Einheiten einzelner Artikel!), zur Gegenwart und möglichen Zukunft des Hobbies. Hier wird ganz hemmungslos aus dem Nähkästchen geplaudert und selbst Hardcore-Fans sollten hier noch das ein oder andere Kleinod entdecken.

 

Hier die Links zu den einzelnen Folgen und Shownotes:

Folge 44 – Hadmar von Wieser: Vom Morgenrot des Rollenspiels (Interview)

 

Folge 46 – Hadmar von Wieser II: Von der Glanzzeit des Rollenspiels (Interview)

 

Folge 48 – Hadmar von Wieser III: Von der Zukunft des Rollenspiels (Interview)

Wer dann immer noch nicht genug vom Freiherr hat, kann hier noch mehr Wieser tanken: Facebook Profil, oder schreibt sich gleich in Salzburg bei ihm ein: Bachelor MultimediaArt.

 

Übrigens, trotz Namensähnlichkeit besteht keine Verbindung zwischen escape-pod und eskapodcast. Naja, ausser der offensichtlichen Leidenschaft für Eskapismus.

 

Bild Quelle: Hadmar Wieser

 

Purpurgewölbe

Der Sturm

Nacht des 30. Phex 1012 BF

In der Fuchshöhle verkling
en langsam die Illusionen von im Wind wehenden Zelten und Grasland, als Marcian, Grimmrix und Bogumil durch die geheime Treppe in das Purpurgewölbe hinabsteigen. Angor und Thallian befolgen ihre Anweisungen zu genau und sitzen zu Tisch über dem Massaker an den Unterführern.

Trunken und
benommen leisten die Schwarzpelze doch beachtlichen Widerstand. Krallen- und Bisswunden zeugen von dem erbitterten Gefecht. Ein einzelner Ork wird schwer verwundet gefangen genommen.

Cindira, eines der Mädchen der Fuchshöhle wird schwer verletzt. Marcian scheint ihr angetan. Lancorian fährt Marcian an, er solle nun die Stadt in Blut tränken. Das sei was er doch wolle.

Dahlia und Arthag bewachen das Siechenhaus der Therbuniten. Sartassa bedeckt mit ihrem Teil der Rebellen die Schanze im Osten, Alfried soll das Wehrheimer
Tor einnehmen, das durch das nahe Rondras Wehr gut gedeckt zu sein scheint.

Stille legt sich über das Andergaster Tor, als Thallian seine Magie wirkt. Angor schleicht sich an, und Grimmrix entg
eht nur knapp den Piken der Orks. Bogumil trifft ein ums andere Mal ins Schwarze.

Angor zwingt Marcian an Stoßgebet an Phex ab. Ein Sternfunkeln überzieht den Himmel mit der Gnade des Flinken. Lysandra erscheint mit wenig Kämpfern aber stolz gerüstet.

Ein scharlachroter Kreis erscheint am Himmel.

Düster harren die gewaltigen Mauern der Garnison an der Breite dem Unvermeidlichen.

Der Sturm nimmt seinen Lauf. Das Blut fließt in den Straßen.

 

Greifenfurt

Alte Mauern, Neues Leid

26.-29. Phex 1012 BF

Die Gefährten erreichen am Nachmittag Greifenfurt. Angor feilscht erneut erfolgreich. Man bezieht das Gasthof ‚Zum Löwen‘ in der Nähe des Andergaster Tors. Waffen und Ausrüstung werden versteckt. Die Orks haben die Tempel der Stadt geschleift. Auf dem ehemalige Platz der Sonne wird mittels versklavten Kaiserlichen Soldaten eine gewaltige Ausgrabung vorangetrieben. Was suchen die Schwarzpelze dort? Eine der Hütten scheint verwüstet. Viele Sklaven haben hier ihren unverdienten Tod gefunden. In der Fuchshöhle, einem zum Bordell umgebauten Turm, trifft man von allen Orten auf Marcian. Mit Erstaunen erfährt man das sich hier die Mädchen den Orks hingeben. Der Betreiber, der Illusionist Lancorian ist ein alter Freund von Marcian. Was geschah während ihres ‚Garether Sommers‘, dessen Beschreibung so gar nicht zu Marcians momentanen Auftreten passen will? Die Bürger der Stadt scheinen sich mit der Besatzung arrangiert zu haben. Aber wo ist der Graf? Wie wurde die Stadt so schnell erobert?

Ein kühner Plan wird gefasst die Stadt am letzten Tag des Monats zu befreien. Zuerst aber, muss man die Unterführer der Orks, die Sharraz Garthai zurückgelassen hat und die sich jeden Abend in der Fuchshöhle vergnügen, überwältigen. Bogumil erkundet das Umland und übt sich im Klettern. Das Schicksal steht ihm bei und die Freischärler um Lysandra versprechen sich in einem Wäldchen vor den Toren der Stadt zu sammeln.

Des Nachts hört man Trommeln. Die Schwarzpelze huldigen ihrem grausamen Gott Tairach am Platz der Sonne, wie Angor erfährt. Der geschändete Boden wird neu geweiht, zumindest für den Moment.

Zum Frühstück gibt es frisches Brot. Lucilla, die Tochter des Bäckers vom Andergaster Tor macht ihre Runden. Grimmrix, Arthag und Alfried erkunden die Befestigungen. Thallian und Lancorian konsultieren den Alchemisten Herbold um einen Schlaftrunk zu brauen. Angor lernt eine neue Seite an Marcian kennen. Eine Puppe aus Stroh erlangt ungeahnte Bedeutung. Darrag, dem Schmied wird arg zugesetzt.

Ein nächtliches Treffen, organisert von Gernot, dem Sohn des Patriziers Glombo Brohm, bringt die Gefährten mit den Anführern der Rebellen zusammen. Unter ihnen auch Zerwas, der ehemalige Henker von Greifenfurt, der sich für ein waghalsiges Unternehmen meldet. Wieder zurück in der Stadt, versüsst sich Bogumil die Stunden vor der Entscheidung mit Sartassa. Man sucht den einzigen Überlebenden des Massakers bei den Skalvenhütten, doch der verwirrte Uriens bleibt verschollen. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen.

Der Sturm steht bevor.

Verbrannte Erde

Auf verbrannten Pfaden

Phex 1012 BF

Die Gefährten rüsten sich. Das Umland Gareths scheint ob der erstarkten Truppen wieder sicherer. Wehrheim wird erreicht und die Verkleidungen verfeinert. Marcian reist als Augenarzt in aufälliger Montur. Ein Händlerkarren birgt so einiges mehr als das Auge sieht. Getrennt von Marcian erreicht die Gruppe Orkenwall, Ort der vernichtenden Niederlage der Kaiserlichen zu Beginn des Orkensturmes im Reich. Ein Feld von Knochen lädt nicht zum Verweilen ein.

Man stößt auf Orkpatroullien und unverschämter Tribut wird gezahlt, gemildert durch Angors Feilscherkunst. Die Markgrafschaft Greifenfurt liegt geplündert und gebrandschatzt da. In einem dunklen Forst stößt man auf Freischärler um die Amazone Lysandra. Die Tapferkeit der Leuin scheint die Frau verlassen zu haben. Grimmrix spricht ihr Mut zu. Die Wunden des Krieges sind fürchterlich und können nur zum Teil durch Bogumil gelindert werden. Lysandra glaubt Greifenfurt verloren, das Unternehmen der Gefährten wähnt sie eine Torheit.

Am nächsten Tage liegen die unversehrten Mauern der Stadt vor ihnen. Wie konnte diese alte Festung ohne mondelange Belagerung genommen werden? Es scheint mehr als ein Geheimnis über Greifenfurt zu liegen.

Silkwiesen

Zweite Schlacht auf den Silkwiesen

1./2. Phex 1012 BF

Auf Grund des Aufmarsches der Orks vor den Toren Gareths wird die hastige Ausbildung unterbrochen. Im Angesicht der Schwarzpelze zählt jeder Schwertarm und sei er noch so schwach. Die Greifenfurt Gruppe wird in die dritte Kompanie des zweiten Plänklerregimentes unter das Kommando von Baronin Ira von Seewiesen und Korporal Boltan eingeteilt. Im Hippodrom der Kaiserstadt findet die gewaltigste Heerschau statt, die das Reich seit der 2. Dämonenschlachten gesehen hat.

Die Kompanie scheint hastig zusammengewürfelt. Eine Seilerin, ein für die Schlacht begnadigter Dieb, und ein allzu romantischer Trommlerjunge lassen auf keine erfahrene Unterstützung hoffen. In Nacht und Nebel wird ein gewaltiges Boronsrad aus Scheiterhaufen auf den Silkwiesen, zwischen den Lagern der Orks entzündet. Der überaus fähige Stratege und Marschall Helme Haffax trachtet die Moral der sieggewohnten schwarzen Horde zu brechen.

Thallians Geburtstag beginnt jämmerlicher als es nicht sein könnte, mit Regen und der Aussicht auf Tod und Verderben durch die Klingen der Schwarzpelze. Ein unbedachter Ausfall des Kommandanten Graf Giesebert von Bruck kostet ihn und viele seiner Männer das Leben durch die Schützen des Schwarzen Marschalls Sadrak Wassoi. Unter Aufbietung ihres eigenen Lebens retten die Gefährten die Regimentsflagge. Grimmrix wird zum Korporal befördert und ersetzt den schwer verletzten Boltan.

Auf nächtlicher Patrouille erkennen die Gefährten die boronsfrevlerischen Umtriebe der Orkschamanen. Die Toten der Schlacht wandern auf den Silkwiesen! Prinz Brin schart Geweihte und Zauberkundige um sich, unter ihnen Thallian, um dem unheiligen Tun ein Ende zu setzen.Haffax‚ Kavellerie ist jenseits des Silks gebunden, so dass durch die List der Orks der Prinz und seine Getreuen auf einem Hügel umringt werden. Geheimnisvolle Magister des Konzils der Elemente, der verloren geglaubten Akademie, die sich vor kurzem erst wieder der Welt zu erkennen gab, sollen den verzweifelten Entsatz bringen. Unter dem Kommando der Baronin von Seewiesen und Korporal Grimmrix gelingt es die Magier, durch die Reihen der Orks auf den Hügel zu bringen. Ein Schatten jagt Bogumil Schrecken ein. Angor steht standhaft. Thallian ist am Ende seiner Kräfte. Das Unternehmen gelingt, und die wahre Macht der Magister wird enthüllt. Ignisphaero, der bis dato verschollene und mächtige Ball aus arkanen Feuer lässt die Front der Orks in Flammen auf gehen.

Einige Banner von Kürassieren geführt vom heldenmutigen Oberst von Blautann und vom Berg, schafft entgültigen Entsatz als er mit seinen Lanzenreitern in der Flanke der Orks einfällt. Getrieben von militärischen Ehrgeiz und Selbstaufgabe hatte er seine Lanzenreiter durch die gefürchtete Dämonbrache geleitet, die verfluchte Erde und unheiliges Relikt aus den Tagen der ersten Dämonenschlacht.

Die Schwarzpelze waren geschlagen, aber nicht besiegt. Unter schweren Verlusten gelang es Sadrak Wassoi große Teile seiner Truppen zurückzuziehen. Zurück in der Garnison berichtete Cuano von einem Hinterhalt der gefürchteten Tordochai, die erst kurz vor der Stadt des Lichts, dem gewaltigen Heiligtums des Praios, unter schweren Verlusten der Bürgerwehr abgewehrt werden konnte.

Der Siegesrede des Prinzen berührte die Herzen der arg geprüften Kaiserlichen. Grimmrix wird zum Bannerträger für seinen heldenhaften Ansturm auf einen Oger befördert, die anderen werden in den Rang von Korporälen gehoben. Marcian sammelt seine Getreuen. Die letzten Vorbereitungen werden getroffen. Voll des Sieges (und des Weins) kommen sich Bogumil und Sartassa näher.

 

Zerwas

Zerwas, der Henker von Greifenurt

Zerwas, der stets dunkel gekleidete, ehemalige Henker von Greifenfurt scheint, trotz seines zweifelhaften Berufs, überaus beliebt bei den Greifenfurtern zu sein. Er meldete sich zu einer waghalsigen Kommandoaktion während der Befreiungsnacht. Er gibt vor die Breite vom Westufer zu durchschwimmen und an der Mauer der Garnison empor zu klettern um so von innen das Fallgitter zur Hafenbrücke zu öffnen.

Zerwas wird in der Befreiungsnacht schwer durch einen Speer verletzt, und erste Zweifel an seinen Aussagen kommt auf, als sein Haar nach der angeblichen Durchschwimmung trocken vorgefunden wird. Als ihm von Bogumil sein Schwert Seulasslintan gereicht wird erholt sich Zerwas auffalend schnell von seinen Verletzungen. Im Laufe der Belagerung bilden sich zwei Lager unter der Bevölkerung, die einen die zu Zerwas wie zu einem Volkshelden halten und die anderen die auf Marcians Authorität schwören.

Zerwas wahre Natur wird erst spät durch die Gefährten in Folge der Morduntersuchungen aufdeckt. In seiner Gestalt als roter Schwertdämon kostete er Grimmrix beinahe das Leben. Thallian rekonstruiert schliesslich durch die alten Inquisitionsakten Zerwas untote Natur und seine Verbundenheit mit Greifenfurt, die sich durch mindestens 300 Jahre der Stadtgeschichte zieht. Erst als die Schwarzpelze unter Sharraz Garthai den Platz der Sonne umgraben, wird sein Grab versehentlich geöffnet und es kam zum Massaker an den Skalvenbaracken aus denen Uriens als einziger mit dem Leben, aber nicht mit dem Verstand, davonkam.

Warsew der nicht alternde, Wresan der Zureiter, Zarwen der Held, Eseraz der Waffenmeister

Es war auch die besondere Feindschaft zu Marcian, die niemanden einen Pakt zwischen den Beiden hätten vermuten lassen, die nach dem Durchbruch der Bresche dazu führte, das Marcian alle Verletzten in die Bastion verbrachte, wo sie von Zerwas und Sartassa Steppenwind in einer grausigen Nacht zu Vampiren erhoben wurden. Nur durch Marcians Verrat an Zerwas wurden alle Vampire inklusive Sartassa durch das reinigende Licht des Herrn Praios vor den Toren der Stadt vernichtet. Zerwas konnte fliehen und schwor unendliche Rache für den Verlust seiner Geliebten.

In den folgenden Monaten entführt Zerwas die Tochter eines in Greifenfurt lebenden Alchimisten und erpresst so von ihm das Geheimnis um das Hylailer Feuer das er den Schwarzpelzen zur Verfügung stellt und letztendlich benutzte um seine Rache zu besiegeln. Er bedeckte die Breite damit und sah zu als zehn Schiffe mit Flüchtlingen aus Greifenfurt in Flammen aufgingen. Hierbei kamen hunderte zu Tode, unter anderem Marcians Geliebte Cindira und Darrags Tochter Jorinde. Die Alchimistentochter erhob er zur Vampirin und schloß sie in seinem Versteck unter dem Henkersturm ein, wo sie erst Jahre später durch die Gefährten gefunden und von ihrem Unleben erlöst wurde.

Zerwas Plan Marcian im Angesicht dieser Katastrophe zu töten scheitert durch das Auftauchen des Greifen Scraan, der Zerwas mitsamt Seulasslintan in die Flüten der Breite stürzt.

Er kann den Niederhöllen ein weiteres Mal entfliehen und wird in den folgenden Jahren von Pardona gefunden und für ihre Vampirplage in Weiden ausgenutzt. Die Gefährten befreien Zerwas, der dem Grund seines Unlebens durch die Besieglung seiner Rache beraubt ist und schwört sich Pardonas Dämon Gravkaloth entgegenzustellen. In dieser Konfrontation rettet er den Gefährten das Leben und wird von dem Dämon in Stücke gerissen.

Die Fleischwerdung Borbarads im Nachtschattensturm erlebt er nicht mehr.

Bild (c) Nina Jaeschke, Wolkenturm Galerie

Meistertipp

Zerwas ist eine spannende Meisterfigur, dessen komplexe Hintergrundgeschichte in der original Version der Kampagne Jahr des Greifen leider kaum von den Spielern aufgedeckt werden kann. Vor dem Tod Sartassas ist er immer präsent und kann für viele stimmungsvolle Wortgefechte mit den Spielern benutzt werden. Danach handelt er leider komplett hinter den Kulissen und auch sein Ende kann nicht von den Spielern besiegelt werden.

Um ihn effektiv zu spielen sollte man unbedingt auf den Roman oder das Hörbuch zurückgreifen, weil die beiden originalen Kampagnenbände einfach zu oberflächlich angelegt sind um ihm gerecht zu werden. Die Neuauflage schafft hier etwas Abhilfe. In unserer Kampagne ersetzt Zerwas auch den Erzvampir  Walmir von Riebeshoff, der für meinen Geschmack einfach viel zu unvermittelt in der Handlung auftaucht um eine stimmungsvolle Szene zu liefern. Auch ist es viel zu unwahrscheinlich das die Spieler die Geschichte der Acheburg aufdecken, da ihnen Unsterbliche Gier eh kaum Zeit für weitergehende Erkundungen lässt.

Zerwas wirkte auf mich immer wie eine tragische Figur die mehr mit Marcian gemein hatte als beiden lieb war. Sein kleiner Boronsschrein im Henkersturm legt nahe, das er nicht völlig willentlich das namenlose Monster verkörpert. In der Szene im Nachtschattensturm kann man ihm somit, wenn man es als Meister für stimmungsvoll erachtet, hier sein Opfer bringen lassen, auch wenn es ihn nach seinen grausamen Taten keine Läuterung verspricht.

Abschliessend wollte ich auch noch den Bogen der Alchimistentochter zu Ende erzählen. Die Verbindung die Zerwas erst das Hylailer Feuer in die Hände fallen lässt ist im Abenteuer kaum von den Helden aufzudecken, wie leider so Vieles im Jahr des Greifen. Der Henkersturm hatte die Spieler immer fasziniert und hier bekommen sie dann zu Beginn von Grenzenlose Macht die Gelegenheit das Rätsel entgültig zu lösen. Und Zerwas kann sein Gewissen erleichtern indem er sie auf die eingekerkerte hinwies. Will man Zerwas finsterer darstellen, kann diese Szene auch als letztes Mosaikstück seiner Rache dargestellt werden.

 

Sartassa

Sartassa Steppenwind

Sartassa Steppenwind war eine überaus attraktive Halbelfe, die sich aus unbekannten Gründen der Befreiung Greifenfurts durch Oberst Marcian angeschloßen hatte. Als fähige Jägerin stand sie in ihren Bogenkünsten Bogumil in nichts nach, wenn sie auch einige elfischen Formeln benutzt um ihre Künste noch zu steigern. Mit ihren schwarzen Haaren und grünen Augen übt sie eine, ihr wohlbekannte, Anziehungskraft auf das männliche Geschlecht aus. Die elfische Seite ihrer Herkunft ist es wohl auch geschuldet, das sie der rahjagefälligen Hingabe ihrer Lüste auch ohne Scham nachging.
Nachdem sie einige Zeit mit Bogumil verbrachte, wurde Sartassa immer zurückgezogener. Die Mordserie in Greifenfurt eskalierte zur gleichen Zeit und man erfuhr letztendlich das Sartassa sich Zerwas als Geliebte anschloss und er sie als Vampirin erhob. Durch Marcian und Lancorians List fand sie den Tod durch das reinigende Licht des Herrn Praios vor den Mauern Greifenfurts.

Lancorian

Lancorian

Der Illusionist Lancorian hat eine besondere Verwendung für seine arkanen Talente darin gefunden, den Kunden seines Bordells ‚Fuchshöhle‘ den Aufenthalt durch aufwendige Trugbilder zu versüßen. In letzter Zeit beschränkt sich die Kundschaft seiner Mädchen allerdings auf die Unterführer der Orks, die am liebsten im Wind wehende Zelte auf einer weiten Grasslandschaft geboten bekommen wollen, eine Banalität die Lancorian verabscheut. Auch wenn man ihn für skrupelos und wenig götterfürchtig halten mag, zeigt er doch eine bemerkenswerte Fürsorge für die Mädchen, die bei ihm arbeiten. Mit Marcian teilte er einen gemeinsamen ‚Garether Sommer‘, der die beiden Männer trotz aller offensichtlichen Gegensätze tief verbindet. Lancorian kann kaum glauben, das sein alter, den Reichtümern des Lebens zugewandter, Freund Marcian sich der Inquisition angeschloßen haben soll. In der Befreiungsnacht kümmert sich Lancorian nach dem Massaker an den orkischen Unterführern in der Fuchshöhle um die Verletzten. Der scharlachrote Kreis, der nach der Öffnung des Andergasters Tors für Momente an den Nachthimmel gezeichnet wurde, geht vermutlich auf sein Tun zurück.

Lancorian stellt sein illusionistisches Können mehrer Male in der Zeit der Belagerung unter Beweis. Er ist es auch, der Marcian den Verrat an Zerwas ermöglicht indem er die düstere Wolke die die zu Vampiren gewordenen Bürger Greifenfurts vor der Vernichtung durch die Sonne schützt nach dem Angriff auflöst und so die Kreaturen vernichtet. Zerwas schwört in der Folge bittere Rache.

In den Jahren nach dem Orkensturm wird der Fuchsbau von den Bannstrahlern unter Ucurian Jahgo geräumt und als Kommandantur benutzt. Da sich Lancorian immer noch seinen Mädchen verpflichtet fühlt möchte er für sie ein neues, sicheres Zuhause finden. Dieses bietet ihm Bogumil an, indem er ihn eine Zuflucht in der Meierei Leet gewährt. Lancorian und mehrere seiner Mädchen nehmen das Angebot an und leben seit dem ein einfaches Leben in Leet.

Bild (c) Nina Jaeschke, Wolkenturm Galerie

Meistertipp

Lancorian ist eine weitere schöne Meisterperson, die im originalen Abenteuer Jahr des Greifen leider ein wenig zu kurz kommt. Lancorian bietet einen interessanten Gegensatz zu Marcian, der die Härte des Kommandanten durch Menschlichkeit und praktisches Handeln kompensiert. Lancorian kann im Laufe der Kampagne gut zum Aufdecken der verscheidenen historischen und arkanen Geheimnisse in Greifenfurt dienen, auch wenn es in unserer Kampagne schon durch neugierige Spieler gelöst wurde. Er ist mir im Laufe der Kampagne ans Herz gewachsen und ich habe ihn, nachdem sein Zuhause von den Bannstrahlern geräumt wurde, mit in das Lehen der Spieler ziehen lassen.

Darrag

Darrag

Darrag, ein Schmied in Greifenfurt, ist Kontaktperson zu den Aufständischen in der Stadt und schmiedete insgeheim Waffen für den Widerstand. Er ist schnell aufbrausend und unbedacht, was sich zeigt, als Marcian ihm, zusammen mit Angor, vorgaukelt der Obrist sei ein Scherge von Sharaz Garthai und hätte seine Frau Misira und seine beiden Kinder Jorinde und Marras entführt wofür Marcian eine Spielzeug Puppe benutzt, die er vorher gefunden hatte. In der Befreiungsnacht kämpfte er als Kommandant der Hafenarbeiter zusammen mit Marcian in der Garnision.

In den folgenden Monaten schmiedete er gemeinsam mit Arthag Armbeisser und Grimmrix Waffen für die Bürgerwehr. Greifenfurt hält für Darrag ein grausiges Schicksal bereit, als er erst seine Frau bei einem Angriff der Orks verliert, in den Monaten der Belagerung dann seine Kinder beschützen will, und er sich sogar noch durch die besetzten Strassen Greifenfurts schleicht um Jorinde die verloren gegangene Puppe wieder zu beschaffen. Seinen Sohn Marras verliert er an eine Kommandeaktion gegen das Befehlslager der Orks an der Breite, und seine Tochter Jorinde fällt dem von Zerwas verursachten Feuersturm auf der Breite zum Opfer. Gebrochen, will er sich zuerst das Leben nehmen. Bogumil schenkt ihm neuen Lebenswillen, als er ihm die Aufgabe als Vogt in der Meierei der Gefährten anbietet. In den folgenden Jahren findet Darrag in dieser Aufgabe im fernen Tobrien neuen Sinn und heiratet schliesslich ein zweites Mal.

Bild (c) Nina Jaeschke, Wolkenturm Galerie

Meistertipp

Darrag ist, neben Arthag, eine weitere sehr gut gelungene Meisterperson im Jahr des Greifen. In unserer Sieben Gezeichneten Kampagne wurde er als Vogt, in das für die Verdienste auf den Silkwiesen, verliehene Lehen Leet eingesetzt. Zum einen, weil er mir ans Herz gewachsen war, zum anderen um die Spieler nicht allzusehr mit profaner Verwaltung eines Lehens zu belasten. In der Handlung des Jahr des Greifen dient er vor allem zur Veranschaulichung der Graumsamkeit und Zufälligkeit des Krieges. Ein Überlebender dem Alles genommen wurde. Auch wenn ihm nur eine kleine Rolle zukommt, sollte man diese konsequent darstellen.